Bing SEO für ChatGPT

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SEO: Bing ist das neue Google – Warum ChatGPT alles verändert

Bing? Ja, genau – die Suchmaschine, die ihr bisher nur aus Versehen geöffnet habt, weil Edge mal wieder ungefragt als Standardbrowser gesetzt war.
Aber Moment: Seit ChatGPT die Suche revolutioniert, ist Bing plötzlich überall. Oder doch Google? Die Lage ist … kompliziert.

Und genau deshalb wird’s jetzt richtig spannend. Denn was hier gerade passiert, verschiebt die Machtverhältnisse im Netz.

Stellt euch vor, ihr müsstet euch plötzlich nicht mehr nur um Google kümmern. Sondern auch noch um Bing. Und dazu noch um ChatGPT. Und um Perplexity. Und um … ach, vergesst es. Die Zeiten, in denen SEO ein klares Spielfeld hatte, sind vorbei. Jetzt wird’s wild.

ChatGPT hat seine Search-Funktion im November 2024 erstmals ausgerollt und 2025 schrittweise erweitert – und damit begonnen, klassische Suchmaschinen das Fürchten zu lehren. Statt euch eine Suchergenisseite mit den bekannten Snippets hinzuklatschen (danke, Google), liefert ChatGPT Search eine KI-generierte Antwort mit Quellenangaben. Klingt erstmal praktisch. Ist es auch. Nur nicht für alle.

Denn hier liegt der Clou: ChatGPT entscheidet, welche Quellen es zitiert. Nicht ihr. Nicht Google. Nicht Bing.

Wie ChatGPT die Suche verändert

ChatGPT Search ist keine klassische Suchmaschine. Es ist ein konversationeller Informationszugang. Ihr stellt eine Frage, die KI durchsucht das Web (oder ihr, durch Training erlangtes, Wissen), synthetisiert die Infos und spuckt eine Antwort aus. Mit Quellen. Zumindest oft. Aber nicht immer.

Der große Unterschied zu Google: Bei Google scrollt ihr durch Ergebnisse, vergleicht, klickt euch durch. Bei ChatGPT bekommt ihr die Antwort. Oder zumindest das, was die KI für die beste Antwort hält. Das Problem? Wenn eure Website nicht in dieser einen Antwort auftaucht, seid ihr unsichtbar.

Und genau hier wird’s heikel. Denn laut einer Studie von Seer Interactive werden 87 Prozent der von SearchGPT zitierten Quellen aus den Top-Ergebnissen von Bing gezogen. Das heißt: Wer bei Bing nicht rankt, hat bei ChatGPT Search schlechte Karten. Zumindest war das so.

Bing oder Google? Die Quellenverwirrung

Jetzt kommt der Plot Twist: Seit Mitte 2025 verdichten sich die Hinweise, dass ChatGPT nicht mehr (nur) auf Bing setzt, sondern dass ChatGPT-Antworten zunehmend stark mit Google-Rankings korrelieren. Tests von SEO-Analyst*innen zeigen eine Übereinstimmung von rund 90 Prozent zwischen ChatGPT-Antworten und Google-Ergebnissen. Das ist … interessant. Vor allem, weil Microsoft Milliarden in OpenAI investiert hat, um genau diese Integration mit Bing voranzutreiben.

Hinweis am Rande: Diese hohe Übereinstimmung mit Google liegt weniger an einer geheimen Kooperation, sondern schlicht an der Index-Frische. Google crawlt das Netz nach wie vor am aggressivsten. Wenn OpenAI die „beste“ Antwort liefern will, landet der Algorithmus zwangsläufig bei den Daten, die am aktuellsten sind – und das sind oft die von Google indizierten Seiten

Vermutlich testet OpenAI deshalb verschiedene Suchquellen, um die beste Performance zu liefern. Schließlich hat Google mit 87,5 Prozent Marktanteil weltweit immer noch die größte und aktuellste Datenbasis.

Also: Bing war die primäre Quelle für ChatGPT Search. Ob das noch so ist? Unklar. Offiziell nutzt ChatGPT „Drittanbieter-Suchmaschinen wie Microsoft Bing“. Aber die Realität sieht offenbar komplexer aus. Und das macht die Optimierung für KI-Suchmaschinen zur Herausforderung. Oder, um es anders zu sagen: zum Albtraum.

Warum OpenAI sich nicht festlegen will

Ein technischer Grund für die Unklarheit: Microsoft hat die Bing Search API zum 11. August 2025 eingestellt. OpenAI muss sich daher nach alternativen Suchquellen umsehen – was die zunehmende Google-Korrelation erklären könnte

Klar, Microsoft ist ein wichtiger Partner – aber OpenAI will auch die beste User Experience liefern. Und wenn Google einfach bessere, aktuellere Ergebnisse hat? Dann wird Google genutzt. So einfach ist das.

Das bedeutet für euch: Optimiert nicht nur für Bing. Nicht nur für Google. Sondern für beide. Und – Spoiler – eigentlich für keines von beiden, sondern für die KI selbst.

Marktanteile im Umbruch

Schauen wir uns die nackten Zahlen an. Google hat den größeren Marktanteil, Bing erreichte im ersten Quartal 2025 einen globalen Marktanteil von 8,3 Prozent. Aktuellere Daten von Januar 2026 zeigen 4,09 Prozent global, jedoch 11,96 Prozent auf Desktop-Geräten. Das klingt nach „Google hat gewonnen“, aber die Entwicklung zeigt eine andere Richtung.

Bing ist um 31 Prozent Jahr-über-Jahr gewachsen, hauptsächlich durch die Integration von Windows 11 Copilot und Edge. Das ist nicht nichts. Vor allem, weil B2B-Entscheider*innen oft genau diese Geräte nutzen.

Und dann ist da noch ChatGPT selbst. Laut einer Erhebung nutzen viele Abonnent*innen ChatGPT bereits als Startseite im Browser. Das ist eine massive Verschiebung – nicht nur im Nutzerverhalten, sondern auch in der Art, wie Informationen gefunden werden.

Der neue Filter: Information vs. Transaktion

Es ist wichtig zu verstehen, dass ChatGPT Search die Suche nicht linear ersetzt, sondern filtert. Reine Wissensfragen a la „Wie schwer ist die Axt 2000?“ werden komplett innerhalb der KI abgehandelt – das ist der Tod für klassische Info-Seiten.
Doch bei transaktionalen Suchanfragen wie „Welche Axt passt zu mir?“ wandelt sich ChatGPT zum persönlichen Verkaufsberater. Wer hier in den Quellen landet, bekommt keinen „Klick-Vieh“-Traffic, sondern kaufbereite Nutzer*innen.

Die SEO/GEO-Optimierung bedeutet heutzutage also: Weniger Fokus auf Reichweite, mehr Fokus auf „Bottom-of-the-Funnel“-Content.

Was heißt das konkret?

Für Publisher und Content-Creator ist das ein Alptraum. Für SEO-Spezialist*innen eine Herausforderung. Und für Google? Eine existenzielle Bedrohung.

Was ist Generative Engine Optimization?

Willkommen im nächsten Level: Generative Engine Optimization, kurz GEO. Das ist SEO für KI-Systeme. Und ja, es ist so kompliziert, wie es klingt.

GEO bedeutet: Ihr optimiert eure Inhalte nicht mehr für Suchmaschinen-Algorithmen, sondern für Large Language Models, die entscheiden, welche Quellen sie zitieren. Das heißt:

  • Kontextuelle Klarheit: KI-Systeme brauchen eindeutige, gut strukturierte Informationen. Fachbegriffe müssen direkt im Text erklärt werden, nicht in separaten Glossaren.
  • Direkte Antworten:
    Beantwortet Fragen explizit. „Was ist X?“ sollte in den ersten zwei Sätzen klar beantwortet werden.
  • Strukturierte Daten:
    Listen, Tabellen, kurze Absätze. KI-Systeme lieben Struktur.
  • Zitierfähigkeit:
    Formuliert Kernaussagen so, dass sie als eigenständige Zitate funktionieren.
  • Semantische Präzision:
    Vermeidet mehrdeutige Begriffe. Nutzt Synonyme und kontextualisierende Erklärungen.
  • Brand Authority & Konsens:
    KI-Modelle gewichten Konsens stark: Wenn eure Marke auf zehn vertrauenswürdigen Seiten positiv erwähnt wird (z.B. Fachmedien, Reddit-Threads mit hohem Karma, Wikipedia), interpretiert die KI das als Faktenlage. GEO bedeutet daher: Aktive PR und Community-Präsenz auf Third-Party-Plattformen.

GEO ist nicht SEO 2.0. Es ist ein komplett anderes Spiel. Denn während Google nach Backlinks, Domain Authority und User Signals schaut, interessiert sich ChatGPT primär für Relevanz, Aktualität und inhaltliche Tiefe. Backlinks? Sind kein direkter Rankingfaktor für KI-Antworten, wirken aber indirekt über Sichtbarkeit, Zitathäufigkeit und Konsens. Domain Authority? Auch nicht so wichtig. Was zählt, ist: Beantwortet eure Seite die Frage besser als andere?

Wie unterscheidet sich GEO von klassischem SEO?

Klassisches SEO optimiert für Crawler und Ranking-Algorithmen. GEO optimiert für ein semantisches Verständnis von Inhalten. Das bedeutet:

  • Weniger Fokus auf Keywords, mehr auf Kontext und Bedeutung.
  • Weniger technische Tricks, mehr inhaltliche Qualität.
  • Weniger Backlink-Building, mehr Autorität durch Expertise.

Klingt gut, oder? Ist es auch. Nur leider auch verdammt aufwendig. Denn während ihr bei Google mit ein paar Backlinks und technischem SEO weit kommt, müsst ihr für GEO wirklich exzellenten Content liefern. Keine Abkürzungen. Keine Tricks. Nur Substanz.

So werdet ihr bei ChatGPT Search sichtbar

Jetzt wird’s praktisch. Was könnt ihr tun, um bei ChatGPT Search sichtbar zu werden?

1. Optimiert (auch) Bing SEO

Da Bing historisch die Hauptquelle für ChatGPT war (und vermutlich weiterhin eine wichtige Rolle spielt), ist Bing SEO Pflicht. Das bedeutet:

  • Registriert eure Seite in den Bing Webmaster Tools.
  • Reicht eure Sitemap ein.
  • Achtet auf technische Faktoren: Ladegeschwindigkeit, Core Web Vitals, strukturierte Daten.
  • Bing bevorzugt geografisch relevante Inhalte – lokale SEO ist hier wichtiger als bei Google.

2. Strukturierte Daten sind King

Schema.org-Markup hilft KI-Systemen, eure Inhalte besser zu verstehen. Nutzt Schema für Artikel, FAQs, Produkte, Events – was auch immer relevant ist. Je strukturierter eure Daten, desto besser können KI-Systeme sie verarbeiten.

3. Beantwortet Fragen direkt

ChatGPT sucht nach direkten, prägnanten Antworten. Wenn jemand „Was ist die Axt 2000?“ fragt, sollte eure Seite die Antwort in den ersten zwei Sätzen liefern. Nicht nach drei Absätzen Intro. Nicht versteckt im vierten Unterkapitel. Sofort.

4. Qualität über Quantität

KI-Systeme bewerten Inhalte nach inhaltlicher Tiefe, nicht nach Wortanzahl. Ein 800-Wort-Artikel mit Primärquellen, Daten und klaren Definitionen schlägt einen 3000-Wort-Text ohne Substanz. Fokussiert auf Expertise, nicht auf Fülltext.

5. Crawling erlauben (oder blockieren)

OpenAI nutzt verschiedene Crawler: den OAI-SearchBot für Suchanfragen und den GPTBot für das Training von KI-Modellen. Ihr könnt beide über die robots.txt-Datei steuern. Wollt ihr in ChatGPT Search auftauchen? Dann erlaubt den OAI-SearchBot. Wollt ihr eure Inhalte nicht fürs KI-Training hergeben? Blockiert den GPTBot.
Hinweis: Dass ihr einen Bot blockiert, gibt euch keine Garantie, dass eure Inhalte niemals bei einer KI landen. Das könnte zum Beispiel auch durch Erwähnungen auf offenen Drittanbieter-Plattformen immer noch zur KI gelangen.

6. Medienpartnerschaften (wenn möglich)

OpenAI hat Partnerschaften mit Verlagen wie Associated Press, Reuters, Financial Times und Axel Springer. Diese Quellen werden werden häufig und verlässlich zitiert. Wenn ihr die Möglichkeit habt, solche Partnerschaften einzugehen – tut es. Wenn nicht: Optimiert weiter nach den oben genannten Punkten.

7. Denkt in Bildern und Videos (Multimodalität)

Seit 2025/26 ist die Suche nicht mehr nur textbasiert. ChatGPT Search integriert zunehmend visuelle Antworten. Ein gut optimiertes Video, das eine komplexe Frage in 30 Sekunden erklärt, kann direkt im Chat-Interface ausgespielt zu werden. Nutzt klare Metadaten und Transkripte für eure Videos – die KI „sieht“ und „hört“ mittlerweile mit.

Sichtbarkeit ist nur der erste Schritt – Strategie ist der entscheidende

Von ChatGPT über Midjourney bis zu automatisierten Content-Strategien: Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, kommunizieren und Inhalte erstellen. Auf meiner KI-Themenseite findet ihr fundierte Analysen, Praxistipps und kritische Einordnungen zu allen relevanten KI-Tools und -Trends.

Was bedeutet das für euren Traffic?

Sagen wir’s, wie es ist: Euer Traffic wird leiden. Zumindest kurzfristig. Denn wenn ChatGPT (oder Google AI Overviews, oder Perplexity) die Antwort direkt liefert, klickt niemand mehr auf eure Seite. Die Zero-Click Searches nehmen massiv zu.

Aber es gibt auch Chancen

Wenn ihr es schafft, von ChatGPT zitiert zu werden, könnt ihr hochwertigeren Traffic bekommen. Denn wer auf eure Seite klickt, nachdem ChatGPT euch als Quelle genannt hat, kommt mit einer klaren Intention. Das bedeutet: höhere Conversion Rates, längere Verweildauer, besseres Engagement.

Außerdem: KI-Systeme zitieren manchmal auch Nischenseiten, die bei Google nicht in den Top 10 ranken. Das heißt, auch kleinere Seiten mit exzellenten Inhalten haben eine Chance, sichtbar zu werden. Die Spielregeln verschieben sich – und das kann auch eine Chance sein.

Ausblick: Wer gewinnt das Rennen?

Ehrlich? Keine Ahnung. Und wer euch was anderes erzählt, lügt. Die Lage ist zu dynamisch, zu unvorhersehbar. Aber ein paar Trends zeichnen sich ab:

  • Google wird nicht sterben – aber Google wird sich verändern. AI Overviews sind erst der Anfang. Google arbeitet an einer vollständigen Integration von KI in die Suche.
  • Bing profitiert indirekt – durch die Verbindung zu ChatGPT und die Integration in Windows/Edge. Aber ob das reicht, um Google ernsthaft Konkurrenz zu machen? Bleibt abzuwarten.
  • OpenAI wird zum Kingmaker – denn wer bei ChatGPT zitiert wird, bekommt Sichtbarkeit. Und Traffic. Und Autorität. OpenAI entscheidet, wer im Netz noch eine Rolle spielt.
  • Werbung kommt – OpenAI plant, Werbung in ChatGPT zu integrieren. Das wird die Dynamik nochmal komplett verschieben. Denn dann konkurriert ihr nicht nur um organische Zitate, sondern auch um Anzeigenplätze.

Was bedeutet das für euch? Diversifiziert eure Traffic-Quellen. Verlasst euch nicht nur auf Google. Nicht nur auf Bing. Nicht nur auf ChatGPT. Baut eine Community auf. Nutzt Newsletter, Social Media, Podcasts. Denn die Zeiten, in denen SEO allein reichte, sind vorbei.

Mein Fazit
als jemand mit KI-Zertifikaten und viel zu viel Koffein im Blut

Bing ist nicht das neue Google. ChatGPT ist das neue Google. Oder besser: ChatGPT ist der Anfang von etwas Neuem – einer Welt, in der KI-Systeme darüber entscheiden, welche Informationen wir sehen. Das ist faszinierend. Und beängstigend. Und unvermeidbar.

Also: Optimiert für GEO. Fokussiert auf Qualität. Und hört auf, euch nur auf Google zu verlassen. Macht Bing SEO. Denn die Zukunft der Suche ist konversationell, KI-gestützt und verdammt komplex. Willkommen in 2026. Es wird wild.


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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Von: Heidi Schönenberg-Hausdorf

2 Kommentare zu „SEO: Bing ist das neue Google – Warum ChatGPT alles verändert“

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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Hallo

Ich bin Heidi. Offiziell von der IHK gekrönte Software-Hoheit und Social-Media-Maestra. In meiner Wall of Frames hängen Psychologie-Expertise und frische KI-Zertifikate friedlich nebeneinander.
Ich verstehe also Menschen und Maschinen – fragt sich nur, wer von beiden anstrengender ist.

SEO und GEO Case Study Blog code78

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