Pinterest Marketing: Wie ihr die Plattform nutzt, um Klicks zu generieren

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Pinterest Marketing für Content Creator: So geht‘s

Pinterest wird von den meisten Content Creator*innen sträflich vernachlässigt. Alle veröffentlichen auf Instagram, TikTok oder YouTube, während hier eine visuelle Goldgrube brachliegt: eine Plattform, auf der eure Inhalte nicht nach 24 Stunden in der Versenkung verschwinden, sondern auch Monate später noch Traffic generieren.

Ich zeige euch in diesem Artikel, was Pinterest wirklich ist, wie der Algorithmus tickt und welche Best Practices ihr als Content Creator*innen unbedingt kennen solltet.

Kleines Spoiler vorab: Es geht um viel mehr als nur „Pinnen von hübschen Bildchen“.

Was ist Pinterest?

Pinterest ist keine Social-Media-Plattform. Ich wiederhole: keine Social-Media-Plattform. Es ist eine visuelle Suchmaschine, auf der Menschen nach Lösungen, Inspirationen und Ideen suchen – nicht nach Katzenvideos oder dem neuesten Drama ihrer Schulfreund*innen.

Mit 600 Millionen monatlich aktiven Nutzer*innen weltweit und etwa 16 Millionen in Deutschland ist Pinterest ein gigantischer Traffic-Lieferant. Die Plattform hat ungefähr 1,25 bis 1,3 Milliarden Website-Besuche pro Monat. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! Das macht sie zu einem der wichtigsten Referral-Traffic-Kanäle neben Facebook.

Der entscheidende Unterschied zu Instagram oder TikTok?
Die Lebensdauer eurer Inhalte. Während ein Instagram-Post nach 48 Stunden praktisch tot ist, können Pins über Monate und sogar Jahre hinweg Traffic generieren.

Pinterest funktioniert wie Google: Menschen suchen gezielt nach Inhalten, und wenn eure Pins gut optimiert sind, werden sie gefunden – immer wieder.

Die Nutzer*innen: Wer pinnt hier eigentlich?

Das Klischee „Pinterest ist nur was für Mamis, die Hochzeiten planen“ könnt ihr getrost vergessen. Die Demografie hat sich massiv verändert. Die größte Zielgruppe sind Menschen zwischen 18 und 34 Jahren – also genau die Zielgruppe, die die meisten Content Creator*innen ansprechen wollen.

Und hier kommt der Knaller: 85 % der wöchentlichen Pinner*innen haben schon mal aufgrund eines Marken-Pins etwas gekauft. Das nenne ich Kaufkraft!

Dabei befinden sich Pinterest-Nutzer*innen in einem völlig anderen Mindset als auf anderen Plattformen: Sie fühlen sich nach der Nutzung positiv – kein Axt-2000-Berserker-Modus, kein Doomscrolling, kein Vergleichsstress, sondern aktive Planung und Inspiration. Sie sind offen für neue Ideen, Produkte und Lösungen. Und schon allein deshalb solltet ihr Pinterest Marketing betreiben.

Der Pinterest-Algorithmus: Interest Graph statt Social Graph

Der Pinterest-Algorithmus funktioniert anders als Instagram, TikTok oder Facebook. Pinterest nennt ihn den „Interest Graph“ – er verbindet Inhalte nicht über Follower-Beziehungen, sondern über Interessen und Verhalten.

Das bedeutet: Es ist völlig egal, wie viele Follower ihr habt. Pinterest zeigt nicht „wer du bist“, sondern „was zu dir passt“. Der Algorithmus bewertet jeden Pin anhand von vier zentralen Aspekten:

  • Pinner-Qualität: Wie aktiv seid ihr? Postet ihr regelmäßig? Seid ihr ein etablierter Account oder neu dabei?
  • Pin-Qualität: Ist das Bild hochwertig, im richtigen Format, mit klarem Design?
  • Engagement: Wie viele Saves, Klicks und Kommentare bekommt euer Pin? Je mehr Interaktion in kurzer Zeit, desto größer der Reichweiten-Boost.
  • Themen-Relevanz: Passt euer Pin zu den Keywords, Boards und Interessen der Nutzer*innen?

Zusätzlich spielen noch weitere Faktoren eine Rolle: Freshness (neue Pins werden bevorzugt), die Engagement-Rate und das Format. Interessanterweise haben Bild-Pins 2025 um 24 % an Reichweite gewonnen, während Video-Pins über 50 % verloren haben – ein Trend, den ihr im Hinterkopf behalten solltet.

Pinterest SEO: Keywords sind eure besten Freunde

Wenn Pinterest eine Suchmaschine ist, dann müsst ihr SEO betreiben. Punkt. Und ich meine nicht „ein paar Hashtags dranklatschen“, sondern strategische Keyword-Recherche und -Platzierung.

Wo platziert ihr Keywords?

  • Pin-Titel: Maximal 100 Zeichen, das wichtigste Keyword an den Anfang.
  • Pin-Beschreibung: 150–300 Zeichen, integriert natürlich 2–4 relevante Keywords.
  • Board-Namen: Klar, spezifisch und keyword-optimiert. Versucht nicht, clever oder witzig zu sein – Pinterest versteht keinen Sarkasmus.
  • Alt-Text: Seit 2025 legt Pinterest verstärkten Wert auf Barrierefreiheit – ein präziser Alt-Text verbessert nicht nur Zugänglichkeit, sondern auch SEO.
  • Profil-Beschreibung: Auch hier zählt jedes Wort.

SEO und GEO ist nicht nur für Google: Die Macht der Suchintention

Ob Pinterest, YouTube oder Amazon – überall, wo Menschen suchen, braucht ihr eine SEO/GEO-Strategie. Die Prinzipien sind ähnlich: Versteht die Suchintention, optimiert für relevante Keywords und liefert Mehrwert.

Nutzt das Pinterest Trends Tool, um herauszufinden, was gerade gesucht wird. Wenn ihr Themen früh aufgreift und passende Pins veröffentlichst, bekommt ihr mehr Sichtbarkeit – weil der Algorithmus erkennt: Das ist aktuell und relevant.

Ein Profi-Tipp aus meiner eigenen SEO-Praxis: Denkt in Suchintentionen, nicht in Schlagworten. Was will die Person wirklich finden, wenn sie „Home Office einrichten“ sucht? Produktempfehlungen? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung? Inspiration? Passt eure Pins entsprechend an.

Pin-Formate: Von Standard-Pins bis Idea Pins

Pinterest bietet verschiedene Pin-Formate, und als Creator solltet ihr wissen, welches wofür funktioniert.

Standard-Pins (Static Pins)

Das Arbeitstier eurer Pinterest-Strategie. Empfohlene Größe: 1000 × 1500 Pixel im 2:3-Format. Vertikal, hochwertig, mit klarem Design und idealerweise Text-Overlay, das die Kernaussage auf den ersten Blick transportiert.

Standard-Pins linken direkt auf eure Website oder euren Blog – perfekt, um Traffic zu generieren. Sie sind einfach zu erstellen, skalierbar und funktionieren langfristig.

Marketing für Pinterest: Static Pin

Video-Pins

Empfohlene Größe: 1000 × 1500 Pixel oder 1080 × 1920 Pixel. Videos können Aufmerksamkeit erzeugen, aber wie bereits erwähnt: Die Performance von Video-Pins hat 2025 nachgelassen. Nutzt sie gezielt für Tutorials oder Behind-the-Scenes, aber verlasst euch nicht ausschließlich darauf.

Idea Pins

Idea Pins sind das Multi-Page-Format von Pinterest in 1080 × 1920 Pixeln und bis zu 20 Seiten. Sie sind perfekt für Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Rezepte, DIY-Projekte oder Storytelling. Der Haken? Idea Pins verlinken nicht extern – sie halten Nutzer*innen innerhalb der Plattform.

Aber Idea Pins sind großartig für Brand Awareness und Community Building. Wenn euer Hauptziel aber Website-Traffic ist, solltet ihr den Fokus auf Standard-Pins legen. Nutzt Idea Pins ergänzend, um Autorität aufzubauen und den Algorithmus zu füttern.

Pinterest Marketing Strategie für Creator*innen: Konsistenz schlägt Viralität

Pinterest belohnt keine viralen One-Hit-Wonder. Die Plattform liebt Konsistenz, Qualität und thematische Tiefe. Erstellt regelmäßig frische Pins.

Hier ist die Content-Strategie, die funktioniert:

  • Long-Form-Content erstellen: Pinterest liebt es, wenn ihr regelmäßig neue URLs für die Plattform habt – Blogartikel, Guides, Tutorials. Je mehr hochwertiger Content auf eurer Website, desto mehr Pin-Material habt ihr.
  • Mehrere Pins pro Artikel: Erstellt 3–5 verschiedene Pin-Designs für denselben Blogartikel. Unterschiedliche Designs sprechen unterschiedliche Nutzer*innen an.
  • Saisonale Planung: Startet 45 Tage vor einem Feiertag oder einer Saison mit thematischen Pins. Pinterest-Nutzer*innen planen im Voraus.
  • Thematische Boards: Strukturiert eure Boards klar und spezifisch. Ein Board „Content Marketing Tipps“ performt besser als „Random Stuff I Like“.

Und vergesst nicht: Eure Designs müssen auch auf kleinen Bildschirmen funktionieren – klare Schrift, kontrastreiches Design, keine winzigen Details.

Rich Pins einrichten: Mehr Kontext, mehr Klicks

Rich Pins sind ein absolutes Must-have. Sie ziehen automatisch Zusatzinfos von eurer Website – wie Rezeptdetails, Preise oder Überschriften. Das macht eure Pins nützlicher, glaubwürdiger und oft klickstärker.

Es gibt drei Arten von Rich Pins:

  • Artikel-Pins
  • Produkt-Pins
  • Rezept-Pins

Für Content Creator sind vor allem Artikel-Rich-Pins relevant – sie zeigen automatisch die Überschrift, den Autor und eine Meta-Beschreibung an.

Wie richtet ihr Rich Pins ein?

  1. Erstellt ein Pinterest-Unternehmensprofil
  2. Verifiziert eure Website bei Pinterest
  3. Fügt Metadaten auf eurer Website hinzu: Nutzt Open Graph oder Schema.org, um die richtigen Meta-Tags einzubinden.

Wenn Pinterest die Metadaten auslesen kann, werden alle künftigen Pins von dieser URL automatisch zu Rich Pins. Einmal einrichten, dauerhaft profitieren.

Best Practices: Was wirklich funktioniert

  • Vertikale Pins nutzen: Das 2:3-Format ist der Sweet Spot. Quadratische Pins gehen in der Masse unter.
  • Text-Overlays strategisch einsetzen: Euer Pin muss auf den ersten Blick klar kommunizieren, worum es geht. Nutzt große, lesbare Schrift.
  • Calls-to-Action einbauen: Formulierungen wie „Merke dir diesen Pin“ oder „Jetzt ansehen“ erhöhen die Interaktion deutlich.
  • Kein Logo in den Ecken: Das Pinterest-Visual-Search-Icon überdeckt es sowieso.
  • Website für Pinterest optimieren: Installiert den Pinterest-Save-Button auf allen Bildern eurer Website, damit Besucher*innen eure Inhalte direkt pinnen können.
  • Hashtags strategisch nutzen: Hashtags sollten als breite Suchbegriffe fungieren, nicht als Nischen-Humor.
  • Analytics nutzen: Checkt regelmäßig eure Pinterest-Analytics. Welche Pins performen? Welche Boards? Welche Zeiten? Optimiert basierend auf Daten, nicht auf Bauchgefühl.

Und noch ein Tipp: Pinterest-Nutzer*innen sind in der Planungsphase. Sie suchen nach Lösungen für zukünftige Projekte. Sprecht diese Planungsmentalität direkt an:

  • So planst du…
  • Deine Schritt-für-Schritt-Anleitung für…
  • Das brauchst du für…

Die größten Fehler, die ihr beim Pinterest Marketing machen könnt

  • Reposts statt frische Pins: Neue Pins erhalten einen Freshness-Boost. Reine Reposts bringen euch nichts.
  • Keine Keyword-Strategie: Wenn ihr nicht wisst, wonach eure Zielgruppe sucht, werdet ihr nicht gefunden. So einfach ist das.
  • Zu seltenes Pinnen: Pinterest belohnt Aktivität. Einmal im Monat einen Pin hochladen reicht nicht.
  • Schlechte Bildqualität: Unscharfe, pixelige oder überladene Designs performen nicht. Punkt.
  • Fehlende Verlinkung: Jeder Pin (außer Idea Pins) sollte auf eine relevante Landingpage verlinken. Nicht auf eure Homepage, sondern auf den spezifischen Artikel oder das Produkt.
  • Pinterest wie Instagram behandeln: Pinterest ist kein „Posting und Hoffen“. Es ist strategisches SEO-Marketing.

Fazit

Pinterest Marketing ist nichts für Creator, die auf schnelle Viralität aus sind. Es ist eine Plattform für Geduldige, Strategische, für die, die verstehen, dass nachhaltiger Traffic wichtiger ist als kurzfristige Spikes.

Wenn ihr bereit seid, Zeit in Keyword-Recherche, konsistente Content-Erstellung und strategische Optimierung zu investieren, kann Pinterest zu einer eurer wertvollsten Traffic-Quellen werden. Die Pins, die ihr heute erstellt, können euch noch in einem Jahr Besucher*innen bringen. Kein anderes soziales Netzwerk bietet diese Langlebigkeit.

Also: Nehmt Pinterest ernst. Betreibt SEO. Erstellt hochwertige, vertikale Pins. Bleibt konsistent. Und gebt der Plattform Zeit, zu arbeiten. Die Ergebnisse kommen – sie brauchen nur etwas Geduld.


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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Von: Heidi Schönenberg-Hausdorf

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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Hallo

Ich bin Heidi. Offiziell von der IHK gekrönte Software-Hoheit und Social-Media-Maestra. In meiner Wall of Frames hängen Psychologie-Expertise und frische KI-Zertifikate friedlich nebeneinander.
Ich verstehe also Menschen und Maschinen – fragt sich nur, wer von beiden anstrengender ist.

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