Follows und Likes irrelevant

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Vanity-Metriken: Warum Follows und Likes irrelevant sind

Es gibt Menschen, die zählen jedes neue Like und verfolgen gebannt den Follow-Zähler: „Noch drei… noch zwei… nur noch einer!“ Ja – und dann? Was sagt das denn dann über den tatsächlichen Erfolg aus? Diese Kennzahlen sind mehr Schaufensterpuppe als Business-Motor.

Kennt ihr diese Momente beim Einkaufen? Der Preis ist noch nicht im Warenwirtschaftssystem erfasst, die Kassierkraft wischt schon zum tausendsten Mal das Produkt über den Scanner. Aber außer hohlen „Mööööh“ kommt aber nichts zurück. Die Kundschaft wittert die Chance auf DEN Schenkelklopfer schlechthin: „Haha. Ist wohl kostenlos, oder?“
Witzig. Das hört die Kassierkraft bestimmt zum allerersten Mal.

In meinem Berufsalltag heißen diese Schenkelklopfer dann: „Da waren kaum Likes drauf!“ oder „Wir haben kaum neue Follows bekommen.“ 
Ok. Das wars. Schande über mich. Am Besten ist, ich schaufel mir mein Grab und leg mich hinein. Ich bin ja zum Glück klein, das sollte nicht allzu lange dauern, bis ich aus dem Blickfeld verschwunden bin.
Das würde ich natürlich nie laut sagen. Ich bin Profi. Tatsächlich sage ich dann meistens gar nichts. Ich denke bloß: „Ach, wie schön, dass jemand zählt!“. Aber zählen reicht eben nicht.

Daher bin ich heute in meiner Funktion als aufhellende Aufklärerin unterwegs – und rede mal ein bisschen Tacheles über Likes und Follows, wenns nichts ausmacht.

Ich gebe ja zu, große Zahlen sehen verdammt gut aus. Zumindest auf den ersten Blick. Ein alleiniges Maßstab für Erfolg sind sie aber nicht. Genaugenommen sind die Follows und Likes irrelevant – oder zumindest fast. Das sind nur Vanity-Metriken.

Definition: Vanity Metriken

Vanity Metrics sind Kennzahlen, die auf den ersten Blick beeindruckend wirken, aber wenig über tatsächlichen Geschäftserfolg aussagen. Im Social Media Marketing gehören dazu häufig Likes, Followerzahlen oder reine Reichweite ohne Interaktion.

Warum Follows und Likes irrelevant sind

1. Tränen lügen nicht. Diese Zahlen schon.

Eine hohe Like- und/oder Followzahl wirkt auf den ersten Blick beeindruckend – doch was sagt sie über Markenbindung, Kaufbereitschaft oder echte Interaktion wirklich aus? In einem Wort: Nichts.

2. Algorithmus und Engagement: Qualität schlägt Quantität

Die Plattformen zeigen eure Inhalte längst nicht mehr all euren Follower*innen. Stattdessen legt der Algorithmus Wert auf Interaktionen. Kommentare, Saves, Shares und Sends. Passiert nichts in der Richtung? Pech gehabt. Dann sinkt die Sichtbarkeit sowieso.

Logische Schlussfolgerung: 10.000 Follows ohne echte Beteiligung sind viel schlechter als 1.000 hoch engagierte User*innen.

3. Fake-Likes und gekaufte Follows

Ihr wollt Likes und Follows? Kein Ding: Kaufe ich euch. Werft schon mal die Strickleiter runter; ich komme euch einen Schritt entgegen und mit einem Fuß wieder aus meinem Grab raus.
Versteht mich dabei aber nicht falsch: Es gibt eben solche und solche Art von Käuflichkeit. Ich würde Ads schalten, die der richtigen Zielgruppe ausgespielt werden, so dass ich davon ausgehen kann, dass die Inhalte für sie wirklich interessant sind und in Zukunft Interaktionen stattfinden können.

Denn was wir nicht gebrauchen können, sind diese Klickfarm-Likes und Follows. Billig und willig, hauptsache es treibt die Zahl nach oben. Tut es ja – aber danach folgt gähnende Leere. Keine echte Interaktion, keine Kaufbereitschaft oder Markenbindung. Und dass solche Likes/Follows wie Gift für den Kanal sind, habe ich ja gerade schon erklärt.

4. Der falsche Eindruck erzeugt falschen Druck

Wenn Gespräche beginnen mit „Warum haben wir heute nur 12 Likes?“ statt „Welche Aktion hat wirklich neue Leads gebracht?“, entstehen falsche Erwartungen. Mich nervt das irgendwie. Ich will über Ergebnisse reden, nicht Herzchen zählen. Wenn ich sowas wollen würde, wäre ich bei Tinder.

Die falsche Fokussierung verschwendet Energie und lenkt von echten Zielen ab.

Warum ich genervt bin, wenn wir nur über Likes and Follows reden

Ich bin Social Media Managerin. Ich liebe gutes Content‑Handwerk. Aber ich verliere die Geduld, wenn sich Menschen an Likes und Follows klammern wie Ertrinkende an Rettungsringe. Wenn geringe Like-Zahlen mit einem Schiffsbruch verglichen werden. Ich bitte euch. Wir lenken die Titanic nicht straight auf einen Eisberg zu; es stirbt doch niemand, wenn ein Beitrag „nur 28 Likes“ hatte. Und überhaupt… wie kann eine Like-Anzahl wichtiger sein als die Anzahl der Website-Besuche oder der Leads?

Wir müssen echt davon wegkommen, Likes als Trophäe zu betrachten und stattdessen die Wirkung als Maßstab nehmen.

Tipps, wie Social Media Erfolg wirklich messbar ist

1. Tschüss Likes, hallo Wirkung

Was wollen wir erreichen? Mehr Marken‑Awareness? Mehr Website‑Besuche? Mehr Kundenanfragen? Passende Metriken sind Engagement-Rates, Klickraten, Conversion-Rates.

2. Engagement‑Rate statt reiner Follow‑Zahl

Die Engagement‑Rate (Interaktionen geteilt durch Follow-Zahl) zeigt, wie aktiv das Publikum ist. Ein kleiner Kreis mit hoher Anteilnahme kann wertvoller sein als eine riesige Anzahl Schlafwandelnder.

3. Aktionen tracken, nicht nur Interaktionen

Likes sind nett – für People Pleaser. Für so Menschen wie mich sind Klicks, Saves und Sends nett(er).

  • Kommentare: Wie viele haben mit uns interagiert?
  • Klicks: Wie viele sind dem Link (zur Website/Landingpage) gefolgt?
  • Saves: Wie viele fanden den Beitrag so interessant/wissenswert, dass sie ihn sich merken wollten?
  • Sends: Eines der stärksten Signale für den Algorithmus. Wie viele haben sich die Mühe gemacht, den Beitrag an händisch ausgewählte Personen weiterzuleiten?

Diese Aktionen zeigen echtes Interesse, nicht nur beiläufiges Scrollen.

4. Relevanz schlägt Reichweite

Wenn 80 % eurer Follows null Bezug zu eurem Produkt haben, dann bringen selbst 100.000 Follows wenig.

5. Ads und gesponserte Inhalte – aber mit Strategie

Natürlich kann man Likes und Follows durch Ads pushen. Aber: Das ist kein Ersatz für organische Wirkung. Wenn durch Ads viele (Fake-)Follows kommen, aber diese User*innen inaktiv bleiben, haben wir trotzdem nichts gewonnen.
Fazit: Ads sind Werkzeug, kein Schönheitsfilter für Metriken-Messung.

6. Community bauen statt Zähler füttern

Dialog statt Solokonzert: Antwortet auf Kommentare, stellt Fragen, aktiviert euer Netzwerk. Eine echte Community bewirkt langfristige Beziehungen – und damit Loyalität, Markenbotschafterinnen, Wiederkäuferinnen.

7. Kontinuierliches testen und optimieren

Schaut euch eure letzten Beiträge an: Welche hatten viele Saves oder Shares? Was war Thema, Format, Zeit? Testet: Carousels vs. Videos, Erzähl‑Posts vs. Angebote. Optimiere basierend auf echten Daten.

8. Kommuniziert intern transparent und educativ

Wenn ihr im Team sitzt: Erklärt, warum nur am „Follower‑Zähler drehen“ wenig bringt. Nutzt die oben genannten Argumente. Wenn alle verstehen, dass Erfolg mehr als Likes ist, wird das Reporting entspannter.

Häufige Fragen, klare Antworten

Sind Likes im Social-Media-Marketing wichtig?

Likes können ein erstes Signal dafür sein, dass ein Beitrag Aufmerksamkeit bekommen hat. Für den tatsächlichen Erfolg im Social-Media-Marketing sind sie jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Wichtiger sind Interaktionen wie Kommentare, Shares, Saves oder Klicks, weil sie echtes Interesse zeigen.

Warum sagen Followerzahlen wenig über Erfolg aus?

Viele Follower bedeuten nicht automatisch eine aktive Community. Social-Media-Plattformen zeigen Beiträge längst nicht allen Followern an. Wenn die Zielgruppe nicht interagiert, bleibt die Reichweite gering – unabhängig von der Größe des Accounts.

Welche Social-Media-Kennzahlen sind wichtiger als Likes?

Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören Engagement-Rate, Klickrate, Saves, Shares, Website-Besuche und Conversions. Diese Werte zeigen, ob Inhalte tatsächlich Interesse wecken und Nutzer zu einer Handlung bewegen.

Wie misst man Social-Media-Erfolg richtig?

Der Erfolg hängt immer vom Ziel ab. Wer Markenbekanntheit steigern möchte, schaut stärker auf Reichweite und Impressions. Wer Leads oder Verkäufe generieren will, sollte vor allem Klicks, Website-Besuche und Conversions analysieren. Entscheidend ist, die Metriken an den tatsächlichen Unternehmenszielen auszurichten.

Fazit

Ja – ich als Social Media Managerin bin genervt davon, wie oft die Vanity-Metriken als Alleinindikator für Erfolg herhalten müssen. Warum Follows und Likes irrelevant sind, wisst ihr ja jetzt. Und nein – ich höre nicht auf, Herzen zu mögen. Aber Herzen allein machen noch kein Business.

Wenn ihr wirklich Erfolg im Social‑Media‑Spiel wollt, dann: Vergesst den Zähler nicht völlig – aber setzt ihn nicht an die Spitze. Nehmt stattdessen Engagement, Aktionen, Community und Conversion ins Visier. Macht eure Ziele klar, eure Metriken sinnvoll, und eure Inhalte wirksam.

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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Von: Heidi Schönenberg-Hausdorf

Ein Kommentar zu „Vanity-Metriken: Warum Follows und Likes irrelevant sind“

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Heidi Schönenberg-Hausdorf

Hallo

Ich bin Heidi. Offiziell von der IHK gekrönte Software-Hoheit und Social-Media-Maestra. In meiner Wall of Frames hängen Psychologie-Expertise und frische KI-Zertifikate friedlich nebeneinander.
Ich verstehe also Menschen und Maschinen – fragt sich nur, wer von beiden anstrengender ist.

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