HowTo: Snapchat für Unternehmen [Interview mit Thomas Völker – Allianz]

Snapchat für Unternehmen - Thomas Völker Allianz - Interview

Während sich viele Unternehmen und Marketer noch fragen, ob und wie sie Snapchat für das Unternehmensmarketing nutzen können, legen die anderen einfach los.

Der einzelne Zuschauer hat es an der Stelle ziemlich einfach. Er entscheidet, ob ihm das aufs Auge gedrückte gefällt oder eben nicht. Ganz individuell. Aber wenn wir ehrlich sind: Die Show machen wir nicht für einzelne Personen. Hier zählt die Gesamtanzahl der Zuschauer, das Analysieren und Optimieren. Und das, liebe Freunde, passiert hinter den Kulissen. Niemand kann uns also mehr Informationen über den Erfolg – oder Mißerfolg – von Unternehmensmarketing auf Snapchat erzählen, als das Unternehmen itself.
Ladies and Gentlemen, proudly presenting: Thomas Völker – Versicherungsfutzi aus dem Erzgebirge.

Allianz Vertretung Thomas Völker

Thomas Völker

Versicherungsvertreter und Inhaber
der Allianz-Filiale Thomas Völker

Versicherungen sind nicht nur sein Beruf – vielmehr sind sie seine Berufung. Mit seiner Frau und den Hunden Hanniball und Sammy lebt er im Erzgebirge und ist Inhaber der Allianz-Filiale in Oelsnitz.

Im Interview mit Thomas Völker

Hallo Thomas!
Du bist jetzt seit 3 Wochen bei Snapchat. Wie ist dein erster Eindruck?

Ich habe Snapchat vor 2 Jahren schon einmal ausprobiert, bin aber erst nicht damit zurechtgekommen. Die technische Seite war mir zu verworren.
Jetzt hat mich Gero vor ein paar Wochen in einem Strategiegespräch gefragt: »Hey, Thomas! Sag mal, was hälst du davon Snapchat einzubinden? Du passt doch optimal zu Snapchat!“«.
Darum habe ich Snapchat noch mal eine Chance gegeben. Eigentlich wollte ich erst mal ein bisschen schauen – und plötzlich war ich mittendrin!
Und Snapchat macht mir richtig Spaß!

Wenn du Snapchat und die Atmosphäre auf Snapchat in 3 Worten beschreiben solltest, welche Eigenschaften beeindrucken dich am Meisten?

Snapchat ist sehr unterhaltsam, publikumsnah und kommunikativ.

Wenn du deinen Account betrachtest: Bist du eher als Privatperson oder als Unternehmen auf Snapchat?

Ich bin Thomas – aber manchmal fließt ein werblicher Charakter mit ein.
Versicherungen sind nun mal unsexy. Damit möchte sich niemand in seiner Freizeit beschäftigen. Eine reine Werbesendung möchte ich meinen Zuschauern deswegen nicht zumuten.

Wie würdest du deinen Account beschreiben?

Snapchat ist für mich wie ein Ausgleich zum Alltag – hier kann ich das ausleben, wie ich nicht immer sein kann: Ich albere zum Beispiel gerne herum. Das kann ich bei Snapchat gut herauslassen.
Man erfährt aber auch etwas über mein Leben und mich. Meine persönlichen Ansichten, aber auch mal kritische Gedanken. Es ist eine bunte Mischung aus Allem.

Was denkst du, wie wird dein Account wahrgenommen – bist du für deine Zuschauer Thomas oder der Unternehmer?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten. Dazu habe ich bisher kein Feedback bekommen, aber ich denke, dass ich für die Community einfach Thomas bin.

Bist du »Experte« oder hast du das Gefühl, dass du als Experte wahrgenommen wirst?

Ich habe »Ihr fragt und ich erhelle euch mit meiner Sicht der Dinge« ins Leben gerufen [Anmerkung: Die Zuschauer können Thomas allgemeine Fragen zu Versicherungen stellen, die er öffentlich beantwortet]. Viele scheinen noch zurückhaltend zu sein, aber es gibt schon die eine oder andere interessante Frage, die ich eingesendet bekomme. Für mich ist das Thema »Versicherung« nicht einfach ein Beruf. Für mich ist es Berufung. Ich möchte den Leuten ja nichts aufschwatzen, was sie nicht gebrauchen können, aber ich möchte mein Wissen teilen. Versicherungen sind ja nicht ganz so unwichtig.

Welche deiner Stories kommen gut an?

Hahaha… mein Thermomix! Vielleicht sollte ich Thermomix-Vertreter werden?
Ne, wirklich! Das ist ein Eisbrecher. Durch die Snaps mit dem Gerät wurden schon einige Konversationen begonnen.
Und meine Hunde Hanniball und Sammy kommen auch gut beim Publikum an. Andere Hundebesitzer fühlen sich schneller mit mir verbunden und kommen mit mir ins Gespräch.
Und Klamotten sind immer gerne gesehen und werden kommentiert. Ich stehe aber auch auf Markenklamotten und kleide mich gerne ein. Das verberge ich auch nicht vor den Zuschauern.

Ich zeige mich, wie ich bin – und ich möchte mich auch zeigen wie ich bin und keine Rolle spielen, um irgendwen oder irgendwas zu verkaufen. Die Zuschauer können mich kennenlernen und sich selbst ein Bild machen. Mein Kanal ist auch meine Reputation.

Denkst du, dass dir Snapchat Vorteile bringen kann, die andere Netzwerke nicht bieten können?

Ja, ich denke, Snapchat ist persönlicher und kommunikativer. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen hier nicht so kontaktscheu sind wie zum Beispiel auf Facebook. Auf Snapchat bekommt man schneller und leichter Kontakt zu seiner Zielgruppe.

Durch Snapchat habe ich auch schon neue Follower auf meine Facebookseite bekommen. Das freut mich.

Welchen Ratschlag gibst du anderen Unternehmen?

Zeigt euch von eurer persönlichen Seite und spielt keine Rolle. Auf keinem anderen Kanal seid ihr Menschen so nah wie hier, deswegen solltet ihr authentisch sein.

Snapchat kostet Zeit: Es geht nicht nur um eure Story, sondern auch um den Austausch mit euren Zuschauern. Die persönliche Ebene wird auf Snapchat groß geschrieben. Hier erfährt man viel über Menschen, wenn man die Zeit hat zuzuhören.

Wahre Worte! Danke, Thomas, dass du dir die Zeit für das Gespräch genommen hast! 

Ich hab zu danken!

Best Practise

Aus der Sicht einer Social Media Managerin

Snapchat für Unternehmen at its best: Thomas beweist auf seinem Kanal, dass das Marketing auf Snapchat auch für Unternehmen interessant sein kann – wenn man es richtig macht. Innerhalb von 3 Wochen ist Thomas von 0 auf mehrere Hundert Zuschauer gestiegen. Und womit? Mit Recht!

Ich sag mal so: Thomas hat mit Social Media und Marketing nicht viel am Hut. Würde man mich fragen, was man einem Versicherungsheini auf der Reise durchs Snapchatland mitgeben sollte, würde ich wahrscheinlich antworten: »Einen Normalo-Wortschatz, einen Social-Media-Kurs für Anfänger und viel Zeit um das Gelernte umzusetzen«. Natürlich würde ich zuallererst vom Schlimmsten ausgehen: Da kommt jetzt einer, der mehr redet als ich. Oder, noch schlimmer geht ja auch immer: Im hocheloquenten Versicherungschinesisch redet er sich die Zunge wund, bis wir unterzeichnen. Egal was, Hauptsache er hört endlich auf zu reden.
Oh hey, das sollten wir im Auge behalten! Das könnte DIE Taktik der Zukunft werden: »Kauf das jetzt, sonst rede ich weiter!«.

Aber dann kommt Thomas. Keine Ahnung von nix (außer Versicherungen natürlich), aber erstmal ein paar Snaps raushauen. Keine aufwändige Dauerwerbesendung. Keine Dollarzeichen in den Augen. Nett. Lustig. Menschlich.
Eine Type zum Anfassen. Eine ehrliche Haut. Hat Spaß in den Backen. Kommuniziert. Nimmt sich Zeit.

Große Verwunderung in den Snapchat-Reihen: „Was ist mit dem? Will der uns nix verkaufen?“

Die Magie hinter #marketing: Werbung machen, ohne Werbung zu machen. Klick um zu Tweeten

Da kommt Thomas. Keine Ahnung von Social Media und Marketing – und zeigt uns, wo der Hammer hängt und vor Allem: Worauf es ankommt. Nämlich auf Kommunikation, auf Menschlichkeit und Vertrauen. Die Basis des menschlichen Miteinanders – und das Fundament von gelungenem Social Media Marketing.

Snapchat für Unternehmen - Thomas Völker Allianz - Interview

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5 Kommentare

    1. Huhu Claudia,

      danke für deinen Kommentar und das tolle Feedback.
      Thomas wird sich sicher freuen – er ist ja auch ein Naturtalent. Da kann so mancher Marketingfutzi einstecken 😉 (ja, bei mir sind alle Menschen Futzis. Ich diskriminiere einfach alle 😛 )

  1. Liebe Heidi,

    vielen Dank für die netten Worte. Ich habe noch nie so etwas schönes über mich gelesen. Danke auch für die Betreuung und Einführung in diese Welt. Ich habe dort bisher so viele nette Leute getroffen und konnte einige Menschen mit meiner Sicht der Dinge erhellen 🙂 Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Erfolg mit Deinem Social – Media Unternehmen und erhalte Dir Deine Herzlichkeit, Deinen Optimismus und Deinen klaren Blick auf die Dinge.

    Glück Auf! aus dem Erzgebirge
    Thomas 🙂

    Für den Philipp: nur die BSG !!!

    1. Danke, lieber Thomas.
      Ich weiß gar nicht so richtig, was ich schreiben soll… ich bin gerade sehr gerührt! Ich danke dir für die Zeit, die du dir genommen hast, mir die Fragen zu beantworten – ohne dich hätte dieser Artikel nie geschrieben werden können.
      Glück auf! aus Essen (DIE Stadt mit der Zeche Zollverein. Du weißt schon, das Weltkulturerbe!)

      PS: Von Philipp: Blau und Weiß ein Leben lang!

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